SBC Weihnachtstournee 2017 – Rückblick

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Frankenberg/Sa. Auch in diesem Jahr lud das Sächsische Blechbläser Consort in insgesamt sieben Gemeinden Sachsens zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr wieder zur traditionellen Weihnachtstournee ein.

Im Rahmen der Konzertreihe „Luther und die Musik“ erarbeitete das Ensemble bereits im Oktober und November unter der Leitung des englischen Dirigenten und Trompeters Bryan Allen das Konzertprogramm. Dieser dirigierte im Sommer 2016 bereits die Brass Band Sachsen, wie das SBC ebenfalls Mitglied in der Vereinigung Sächsischer Blechbläser e.V., und trug damit maßgeblich zum herausragenden Erfolg des Ensembles bei den Deutschen Brass-Band-Meisterschaften und den European Brass Band Championships bei.

Im Zentrum des Weihnachtsprogramms stand das „3. Brandenburgische Konzert (BWV 1048)“ von Johann Sebastian Bach, welches ursprünglich für Streicher und Basso Continuo komponiert wurde und deshalb große Ansprüche an jedes einzelne Mitglied des Bläserensembles stellt. Weitere Höhepunkte des Programms waren die „Capriol Suite“ des englischen Komponisten Peter Warlock, das aus den „Canzone e Sonate“ von Giovanni Gabrieli entnommene Stück „Canzon XVI A 12“, aber auch „Ding Dong, Merrily on High“, ein französisches Weihnachtslied, oder das „Weihnachtslieder-Medley“ des Zwickauer Komponisten Frank Bartel. Ein besonderes Highlight – vor allem für die jüngeren Gäste – war die Vorführung der Schlauchtrompeten. Hierbei wurde mit einfachen Mitteln anschaulich und – wie für unseren Dirigenten Bryan Allen typisch – unterhaltsam dargestellt wie bei Blechbläsern der Ton beziehungsweise unterschiedliche Tonhöhen erzeugt werden. Abgerundet wurde das Programm durch Jazztitel, die Bryan Allen teilweise selbst arrangiert hatte.

Wochen und Monate der Vorbereitung waren den Konzerten des Sächsischen Blechbläser Consorts vom 27. bis zum 30.12.2017 vorangegangen. Den eigentlichen Beginn stellte aber schon Bryans Anreise in Deutschland am 26.12. dar.

 

26.12.2017 – Tag 0:

Am zweiten Weihnachtsfeiertag stiegen Dirigent Bryan und seine Frau Heather in Edinburgh (Schottland) in den Flieger nach Prag. Hierzu muss angemerkt werden, dass in Großbritannien Weihnachten nicht wie in Deutschland am 24.12. gefeiert wird, sondern erst am 25.12. Die beiden hatten also in diesem Jahr nur ein kurzes besinnliches Fest zu Hause.

 

27.12.2017 – Tag 1:

Der erste Tourneetag beinhaltete zwar nur ein Konzert am Abend, dennoch waren an diesem Tag noch einige Vorbereitungen von Nöten. Zum einen musste aus verschieden Teilen Sachsen das gesamte Schlagwerk eingesammelt werden, das – obwohl das Sächsische Blechbläser Consort lediglich einen Schlagwerker besetzt hatte – einen ganzen Transporter füllte. Zum anderen musste der Dirigent aus Prag abgeholt werden, sodass bereits nach dem Mittag eine Probe durchgeführt werden konnte. Diese begann zwar später als geplant, was der Motivation der Musiker jedoch keinen Abbruch tat.

An diesem Abend sollte das Konzert in der erneut sehr guten besuchten Jakobikirche im Zentrum von Chemnitz stattfinden. Diese Kirche dient gleichzeitig als Ausstellungsort, sodass bereits am Nachmittag zahlreiche Besucher neugierig der Probe lauschten. Euphorisch ging das Ensemble in das Eröffnungskonzert in der Jakobikirche Chemnitz mit Vorfreude auf die kommenden Tage.

 

28.12.2018 – Tag 2:

Während am Vortag lediglich ein Konzert bestritten wurde, standen ab sofort zwei Konzerte an einem Tag auf dem Programm. Dies bedurfte nicht nur eines ordentlichen Ansatzes – also eine gute spielerische Ausdauer –  sondern bedeutete ebenso, den Bühnenaufbau, den Infostand und das Schlagwerk zweimal auf- und abzubauen, um zum nächsten Konzertort zu fahren. 

Das erste Konzert fand in der Pauluskirche in Zwickau statt, zu deren Gemeinde unser Bassposaunist Thomas Fröhlich gehört. Nach einer halbstündigen Autofahrt kamen die Musiker am zweiten Konzertort des Tages an. In der Lutherkirche in Hohndorf im Erzgebirge wartete auf das Ensemble bereits ein warmer Kircheninnenraum. Nach einer kurzen Anspielprobe – das heutige Programm wurde durch den Choral „Ich steh an deiner Krippe hier (BWV 469)“ erweitert – blieb für die Musiker genug Zeit, um noch einmal Luft zu holen und sich auf das zweite Konzert des Tages vorzubereiten.

 

29.12.2018 – Tag 3:

Als das Ensemble in der St. Bartholomäuskirche in Waldenburg ankam, war die Kirche bereits liebevoll mit Zweigen, Schleifen und Kerzen geschmückt. Hier wurde dem Sächsischen Blechbläser Consort die Organisation durch die Sächsische Mozartgesellschaft e.V. quasi abgenommen. Außerdem hatte spätestens jetzt jeder Musiker seine Aufgaben gefunden, sodass der Auf- und Abbau stressfrei verlief und jeder sich die Zeit nehmen konnte, sich individuell auf das Konzert vorzubereiten.

Zum zweiten Konzert in der Neuapostolischen Kirche in Chemnitz wurde zum ersten Mal auf der Tournee das gesamte Konzert mitgeschnitten. Obwohl jeder Musiker seine Leistung und die des Ensembles während des Konzertes einschätzen kann, bietet eine Aufnahme an mancher Stelle ein wenig mehr Transparenz. Beim Anhören der Aufnahmen nach dem Konzert oder in der Pause am nächsten Tag stellte sich heraus, an welchen Stellen das Ensemble gemeinsam mit dem Dirigenten sehr gute Arbeit geleistet hatte und an welchen noch verbessert werden konnte.

Ein gemeinsames Abendessen – unter anderem auch mit Musikern der Brass Band Sachsen – bildete einen gelungenen Abschluss eines langen Konzerttages.

 

30.12.2018 – Tag 4:

Der letzte Tag der Konzerttournee des Sächsischen Blechbläser Consorts empfing das Ensemble mit starkem Schneeregen und sehr kalten Temperaturen in Freiberg. An diesem Tag wurden die Musiker auch von Prof. Heather Nicoll, der Frau des Dirigenten, begleitet. Sie war mit Bryan Allen nach Prag gereist, hatte sich allerdings in den letzten Tagen Prag und Dresden angeschaut.

Nach vielen neugierigen Fragen aus dem Publikum – insbesondere von den kleinen Gästen – machte sich das Ensemble zum Abschlusskonzert in Meißen auf den Weg. Dort wurde dann zum letzten Mal der Infostand aufgebaut, zum letzten Mal alle Einzelteile des Xylophons ausgepackt und zusammengebaut, zum letzten Mal die Röhrenglocken die Kirchentreppen hochgehievt oder ein letztes Mal das Sammelsurium an Dämpfern, Trompeten und Kornetten in Position gebracht. Beim allerletzten Stück – dem Choral „O Magnum Mysterium“ – herrschte nach dem Abschlussakkord nicht nur im Publikum andächtige Stille. Die 10. Weihnachtstournee des Sächsischen Blechbläser Consorts hatte einen gebührenden Abschluss gefunden.

Das Sächsische Blechbläser Consort dankt allen Unterstützern, insbesondere allen Gastgebergemeinden und der Sächsischen Mozartgesellschaft, die das Ensemble herzlich empfangen und umsorgt haben, denn als Musiker brauchte sich keine Gedanken um die Verpflegung gemacht werden. Vor dem Konzert am Nachmittag wurde ein gemütliches Kaffeetrinken mit Kuchen, Keksen und Tee ausgerichtet, während sich am zweiten Konzertort auf ein leckeres Abendbrot mit Brötchen oder geschmierten Schnittchen gefreut werden konnte. Jederzeit konnten Notenständer, Klebeband oder Instruktionen zu Umleitungen erhalten werden. Vielen Dank für diese großartige Hilfe! Die diesjährige Tournee 2018 wird erneut vom 27. bis 30. Dezember 2018 stattfinden.

 Autorin: Anna Franke

Im Sächsischen Blechbläser Consort musizierten in diesem Jahr:

Trompete, Flügelhorn, Kornett, Piccolo-Trompete:

  • Christian Sellien
  • Kai Ermisch
  • Moritz Angermann
  • Anna Franke 

Posaune, Tenorhorn, Bassposaune:

  • Dr. Maximilian Köhne
  • Nino Hatter
  • Steffen Käppler
  • Thomas Fröhlich

Horn:

  • Robert Hanspach
  • Manuel Moser

Tuba:

  • Sören Hofmann

Schlagwerk:

  • Thomas Schneider